Der Landwirt



Der Anbau von Biomasse stellt für die Landwirtschaft eine interessante Alternative zur konventionellen Nahrungsmittelerzeugung dar. Landwirte können sich mit der Verpachtung oder dem Verkauf eines Anlagenstandortes, der Betreuung der technischen der Anlage sowie mit dem Anbau und der Lieferung der Rohstoffe für eine Biogasanlage eine neue Erwerbsquelle schaffen. So lässt sich der Betrieb vor dem Hintergrund der Unwägbarkeiten in der Agrarpolitik für die Zukunft stabilisieren.


Im Rahmen einer vertrauensvollen Zusammenarbeit übernehmen wir:

die Erstellung eines detaillierten, individuellen Konzepts für die Planung, Errichtung und den Betrieb der Anlage sowie die Finanzierung
die gesamte Genehmigungsplanung und Bauaufsicht
die kaufmännischen Betriebsführung der Biogasanlage
Verhandlungen mit Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreibern über Netzanschluss und Abnahme der erzeugten Energie.


Landwirte profitieren:

kein unternehmerisches Risiko besteht, da wir sämtliche Investitions- und Betriebsrisiken übernehmen
ein stabiles Zusatzeinkommen über den Betriebszeitraum der Anlagen gewährleistet ist (Pachteinnahmen für das Anlagegrundstück, Vergütung für die Betreuung der Biogasanlage und langfristige Anbauverträge für Rohstoffe), den Einsatz von Technik
Kostenloser Bezug von hochwertiger Dünger
Sparen an Heizkosten
Provisionsbeteiligung an Biogasertrag

Biogasgülle

Bei der wirtschaftlichen und ökologischen Bewertung von Biogasanlagen steht die Energieerzeugung im Vordergrund, während die positiven Eigenschaften von Biogasgülle meist übersehen werden.

Abbau der organischen Substanzen

In der Biogasanlage werden bis zu 60% der organischen Substanzen des Substrats abgebaut und in Form von Biogas abgegeben.
Durch den Abbau der organischen Substanz hat Biogasgülle einen geringeren TS-Gehalt und ist dadurch homogener und fließfähiger. Sie kann schnell in den Boden eindringen, was die Ammoniakemmissionen herabsetzt. Eine dünnflüssige Gülle fließt schnell von der Blattoberfläche ab, wodurch die Ätzwirkung auf die Pflanzen vermindert wird. Durch die bessere Pump- und Sprühfähigkeit kann eine gezielte Dosierung und eine gleichmäßige Düngung stattfinden.
Durch den Abbau von organischen Säuren während der Vergärung kommt es zu einem Anstieg des pH-Wertes. Rohgülle ist sauer (pH-Werte unter 6) während Biogasgülle schwach alkalisch reagiert (pH > 7). Damit wird die ätzende Wirkung auf die Pflanzen weiter reduziert. Damit ist auch eine Kopfdüngung in stehenden Bestände zum Zeitpunkt der größten Nährstoffaufnahme möglich. Die Zeitspanne zur Ausbringung wird größer.

Düngewert – Nährstoff

Die Gesamthöhe der Nährstoffe (Stickstoff, Phosphat, Kalium, Magnesium und Kalzium)bleibt unverändert.
Infolge der Mineralisation der organischen Substanz nimmt der Anteil des organisch gebundenen Stickstoffs ab und der des mineralischen (pflanzenverfügbaren) Stickstoffs (NH4-N) zu. Die Stickstoffverluste während der Gärung sind minimal.
Beim Ausbringen der Gülle geht ein Teil des Stickstoffs durch Ammoniakemmissionen verloren. Da der Ammoniakgehalt der vergorenen Gülle größer ist als der von Rohgülle sind die Ammoniakverluste während und 24 Stunden nach dem Ausbringen größer. Danach sind die Stickstoffverluste bei Biogasgülle aber deutlich geringer als bei Rohgülle, da die Biogasgülle schneller in den Boden eindringen kann und der Stickstoff überwiegend in mineralisierter, pflanzenverfügbarer Form vorliegt und damit schneller von den Pflanzen aufgenommen werden kann. Die Ammoniakverluste sind auch abhängig von der Ausbringungsart. Breitflächig verteilende Ausbringsysteme zeigen höhere Ammoniakemmissionen als Schleppschlach- oder Schleppschuhverteiler.
Im Gegensatz zu den gasförmigen Emmissionen ist die Nitratauswaschung nicht von der Güllebehandlung sondern vom Ausbringungstermin (Vegetationsphase) und der Höhe der Einzelgabe abhängig.
Infolge der Methangärung wird das C/N-Verhältnis der Gülle entsprechend dem Ausfallungsgrad enger. Ein enges C/N-Verhältnis ist bei der Düngung erwünscht. Liegt ein weites C/N-Verhältnis vor, kommt es im Boden zu einer Konkurrenz um den organischen Stickstoff. In diesem Fall konkurrieren die Mikroorganismen im Boden mit den Pflanzenwurzeln erfolgreich um den pflanzenverfügbaren Stickstoff und es kommt zu Stickstofffestlegung in Mikroorganismen. Dieser Stickstoff steht den Pflanzen nicht mehr zur Verfügung.

Geruchsminderung

Beim Ausbringen von Biogasgülle sind die Geruchsemmissionen deutlich geringer als bei Rohgülle. Verantwortlich für die Geruchsemmissionen sind stickstoffhaltige und schwefelhaltige Verbindungen, Phenole, Indole, Skatole, flüchtige Fettsäuren, Alkohole, Ketone und Aldehyde. Während der Methangärung werden diese Geruchsstoffe ganz oder teilweise abgebaut. Beim Ausbringen von Schweinegülle wurde eine Geruchsreduktion von 50% gemessen.

Hygienisierung

Der Biogasprozess hat eine hygienisierende Wirkung. Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Parasiten) werden während der Vergärung reduziert. Alle bisher untersuchten pflanzenpathogenen Keime werden vollständig abgebaut. Die Hygienisierungsleistung  des Prozesses ist abhängig von der Temperatur- Zeit- Kurve des Verfahrens.

Reduzierung von Unkrautsamen

Während der Vergärung wird die Keimfähigkeit vom Unkrautsamen verringert.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass neben der anaeroben Behandlung der Gülle auch die Art der Ausbringung, der Ausbringungszeitpunkt und die ausgebrachte Menge von entscheidender Bedeutung für die Pflanzenproduktion und die Umweltverträglichkeit ist. Biogasgülle muss zum Schutz der Umwelt mit der selben Vorsicht angewendet werden wie Rohgülle.